Geschichten gibt´s... /

 

Neulich habe ich euch die Geschichte von der Quappe mit der Kappe gezeigt. Jetzt möchte ich euch zwei weitere Geschichten von der Quelle vorstellen.

Die Reihe von Reimen und Illustrationen ist zwischen 2007 und 2008 entstanden. Weil die Geschichten älter sind, hier ein paar Erklärungen: Heute würde ich einiges anders schreiben. Wie schon beim ersten Post von der Quelle möchte ich euch sagen, bitte einmal durchschütteln, der Reim ist nach wie vor nicht schulbuchmäßig. Immer schön locker bleiben und bloß nicht als Lebenshilfe verstehen, chrrhhhhh. 

Angebot des Tages: Eine Geschichte vom Bär und eine Geschichte von einem Specht.

Interessanterweise hatten wir vor ca. sechs Wochen einen Specht der große Freude daran hatte unser Haus anzupicken. Bei jedem Meeting wurde das Loch in der Wand, in vier Metern Höhe, größer und größer. Bis die Dämmung futsch war und das nackte Mauerwerk rausschaute. Meist “arbeitete” er morgens um fünf. Ich habe ein paar Mal versucht ihn zu erwischen und mit einem Tennisball, das muss man sich mal vorstellen, abzuschießen. No mercy. Ha! Von wegen. Das listige Federvieh war jedes Mal schon auf den gegenüberliegenden Baum geflogen und gab Laute von sich die wie Lachen klangen. Unverschämtheit.

Das Loch in der Wand musste aufwändig geschlossen und verputzt werden. Die Firma, die die Reparatur vorgenommen hat meinte das sei ein bekanntes Problem, man könne versuchen CDs zur Abschreckung anzubringen. So weit kommt es noch… also mit meinen CDs weiß ich besseres anzufangen und überhaupt was soll mein Auge denken, wie schaut das denn aus?

Ich wünsche euch eine fantastische Woche und viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße
Olivia

Ps: irgendwie sah ich heute einem der Tierbilder ähnlich, sag aber nicht welchem. Verrät mir jemand von euch in welchem Bild er sich erkennt? 

 

Die Quelle und der Bär

 

An der Quelle kommt ein großer brauner Bär vorbei, der einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck hat.

Er sucht Gesellschaft, so setzt er sich, nachdem er kurz überlegt hat, bei der Quelle nieder, streckt ein Bein ins Wasser und beginnt seine Wehklage:

 

Oh Quelle, oh Quelle

Ich hab da ne Stelle…, er zeigt in Richtung Wasser,

die schmerzt, tut höllisch weh,

ich sags wie es ist, er macht eine bedeutungsvolle Pause,

es ist der kleine Zeh!

 

Die Quelle sprudelt zwar, kann aber mit dieser Information noch nichts anfangen und beschränkt sich aufs Wasser spucken.

 

Der Bär jammert weiter.

Und neulich erst, verlor ich zwei Haare, da…

Ich dachte, das war´s, das Ende ist nah.

Dachte, es würde noch viel mehr Pelz regnen

und ich müsse deshalb das Zeitliche segnen.

Dann hatte ich Hals-, Kopf-, Wimpern, -Krallen- und Herzweh,

zwei volle Tage, so wahr ich hier vor dir steh.

 

 

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Letztens war eine Träne von mir so klebrig wie Uhu,

nun das ist doch übel, was sagst du dazuhu?

Ist es doch unbedingt und immer möglich,

Dass so etwas enden muss und zwar tödlich.

 

Nun versteht die Quelle:

 

Ahhhh du bists, der große Hyperchond Bär

Komm, beruhig dich und setzt dich was nähr.

 

Der Bär streckt nun auch das zweite Bein in das Wasser.

 

Das ist ja das Problem, ich wär gerne nur Bär,

wäre froher, wenn ich nicht der Hyperchond Bär wär.

 

Die Quelle überlegt gluckernd.

Dann sagt sie:

Schau mal ins Wasser hinein,

ich werd versuchen, ruhig zu sein.

 

Das Wasser glättet sich und wirkt nun wie ein Spiegel.

Der Bär neigt sich vorne über und blickt in den Fluss.

 

Was ist, Hyperkond Bär, was siehst du? fragt die Quelle.

Mich, seufzt der Bär, wie ich hier reinschauen tu.

 

Aber, setzt die Quelle an, doch nicht nur das allein,

da wird ja noch etwas mehr zu sehen sein.

 

Ja…, ich seh´ Gras, Steine, ein paar Bäume, die Sonne,

der Bär fängt an, immer mehr zu sehen,

Bienen, Vögel, den Himmel, es ist eine Wonne.

 

Quelle: riechst du der Blumen köstlichen Duft,

der hier liegt in der sonnigen Luft?

 

Der Bär hebt den Kopf und schnuppert, nickt dann begeistert.

Eine Weile schweigen die beiden, während der Bär sich umschaut sagt die Quelle:

 

Ich glaub du verhakst dich zu sehr in dir drin,

schärfe Herz, Verstand und Sinn,

für die Welt, in der du bist,

Lerne, dass außer dir noch viiiiiel mehr ist.

 

Betrachte die Welt, Natur, alle Dinge,

gehe nach draußen, freu dich, singe,

 

kehr dann zu dir zurück,

verbinde drinnen und draußen,

vielleicht bringt dir das dein Glück.

 

Äußerlich verändere deinen Auftritt.

Bringst du außer Hyperchond noch einen Vornamen mit?

 

Hyperchond- Sammel- Bär ist korrekt, entgegnet der Bär.

 

Na, Sammelbär klingt doch perfekt, sagt die Quelle.

 

Auch diese Idee scheint dem Bären zu gefallen, er wippt fröhlich von einem Bein auf das andere.

Das werd ich versuchen,

als Erstes: Eine Reise buchen,

werde als neuer Sammelbär die Welt erkunden,

eben Erfahrung sammeln, und genießen möchte´ ich die Stunden.

 

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Dem Bär gefällt diese Vorstellung so sehr, dass er im Kreis tanzt. Er vergisst nicht, sich bei der Quelle zu bedanken, schwimmt ein wenig im Fluss und legt sich dann grinsend in die Sonne zum Trocknen.

 

 

Die Quelle und der Spicht

 

Eines Tages kommt bei der Quelle ein Vogel vorbei gelaufen. Er trägt seinen Kopf sehr hoch.

 

Tapp, tapp, knistert es unter seinen Füßen. Plötzlich  entdeckt er sein Spiegelbild in der Quelle. Er sieht einen Fleck auf seinem Gefieder, angeekelt schaut er sich nach Hilfe um. Da kein Tier in Sicht ist, das ihm helfen könnte, entschließt er sich dazu, mit dem Wasser des Flusses den Fleck selbst zu entfernen. Dabei entdeckt er die Quelle. Um von seiner für ihn peinlichen Lage abzulenken, bläst der hochnäsige Vogel zum Angriff:

 

So, so, das Quelle,  hi hi, das Quelle denkt es sei immer weise,

stapft der Vogel so vor sich hin, murmelt es leise.

 

Die Quelle amüsiert sich.

He du, bist du der Hochwohlgeborene, der Spicht, 

der hier so unverhohlen lästernd spricht? fragt die Quelle.

 

Jawoll, der bin ich,

ich bin es, der es ist.

Die geballte Ladung an Schönheit und List.

 

Bin ebenso weise, gebildet, klug und belesen,

bin schon mal bei ihm hier gewesen.

 

Sage Er, Quelle brauche Er einen Rat,

Hilfestellung für Leben, Liebe und Tat?

 

Frag nur, ich, ich kann alles Ihm sagen,

trau Er sich nun, Er stelle Fragen.

 

Die Flügel des Spechtes untermalen mit großen Bewegungen sein majästetisches Auftreten.

 

 

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Die Quelle überlegt, ob sie überhaupt auf ein Gespräch eingehen soll,

entscheidet sich und sagt:

 

Lieber Spicht,

der Spicht der immer nur von sich spricht.

Ich bin eine Quelle, weiblicher Natur.

Ach könntest du Grammatik nur.

 

Aber was willst Du wirklich hier,

rück raus damit, sage es mir.

 

Das gefällt dem Vogel gar nicht, er schlägt verbal zurück.

 

Frage Er sich, wer denn hier wirklich arrogant,

der sich zur Weisheit hat selbst ernannt? Hm? Der Spicht neigt keck den Kopf zur Seite.

 

Ich, der Spicht, kam zufällig des Weges,

führt kein so ein Leben wie Er, so ein träges.

 

Bin busy, fliege um die ganze Welt,

weil man eben so viel von mir hält.

 

Heute New York, morgen Amsterdam,

Er sieht, der Spicht tut, was er kann.

 

Das Landleben macht, wie gesagt und am Quelle zu sehen, träge,

das ist ein Grund, weshalb ich erwäge,

meinen Landsitz aufzugeben,

und in der besten Stadt zu leben.

 

Dort ist meine Spichtkunst auch sehr gefragt,

die punktgenauen Stiche in Bäumen hoch angesagt.

 

Er kann mich ja besuchen kommen,

pardon, hab vergessen, dass genaugenommen,

der Quelle nicht sich kann fortbewegen,

nichts verändern kann im Leben,

das meine ich mit „träge“ eben.

 

Die Quelle beginnt die Geduld und Zurückhaltung zu verlieren.

 

So, mach mal nen Punkt jetzt,

ich bin DIE Quelle und nicht der.

Es ist unerträglich wie Du hier hetzt.

 

Eine Quelle bewegt viel,

eine nährt sogar den Nil,

boah, jetzt wird’s mir aber zu viel.

 

Sehen wir den Tatsachen ins Auge bitte,

Du bist ja gar nicht in deiner Mitte,

oder doch, das bist du und zwar ausschließlich,

das ist´s, was mich nun stimmt verdrießlich.

 

So ein eitler Gockel wie Du,

da fällt mir nur eins ein: BUH, BUH.

Bist doch ganz ehrlich in echt,

auch nur ein hundsgewöhnlicher SpEcht.

 

Bei der Erwähnung des Spechts zuckt der Vogel zusammen.

 

Deine Ich, ich, ich Sucht schlägt sich in deinem selbstgedrehten Namen nieder.

Mit Dir red ich erst, wenn du ok bist wieder.

Und nun noch zum Schluss ganz barsch,

es lebe Götz von Berlichingen, leck mich am Arsch.

 

Stille.

 

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Doch nach einer Weile, er fängt der Specht an zu lachen. Minuten lang lacht der Spicht.

Er lacht so sehr, dass im die Tränen der Erheiterung aus den Augen kullern.

 

Dann wird der Specht wieder ernster:

 

Hach die Vorstellung war zu köstlich,

doch im Ernst, deine Wahrheit wirkt fernöstlich.

Ich habe schon so lange nicht mehr über mich gelacht,

ich habe einfach gedacht,

ich müsse immer ernst sein,

damit man mir meine Fähigkeiten abnimmt, hups wo bleibt der Reim?

Doch die Fähigkeit herzhaft über sich selbst lachen zu können scheint mir wichtig,

dagegen die Eitelkeit ausnahmsweise null und nichtig.

Lass es dir gut gehen,

werde bald mal wieder hier stehen, um nach Dir zu sehen.

 

Sagt es und tappt glucksend von dannen.

Eine Leidenschaft /

 

 

Es ist schon ein paar Jährchen her, da hat Frau Yippie eine Jahresarbeit zum Thema Kandinsky und der Blaue Reiter verfasst. Die Theorie hat mich nie so sehr interessiert, es war viel mehr die Malerei. In diesem Zuge kam ich auf Murnau, das nicht weit entfernt von meinem jetzigen Wohnort liegt. 

Dort lebten Kandinsky und Münter eine Weile lang in ihrem Künstlerhaus. Vor allem im Sommer. In dieser Zeit gründeten sie auch die Künstlergruppe der „Blauer Reiter“. Ich kann mich sehr für die Expressionisten und ihre Werke begeistern. Um ihrer Arbeit etwas näher zu rücken interpretierte ich (für den Leien = kopierte) damals, so gut es ging, einige der Stücke von Kandinsky, Münter, Marc und Macke (siehe unten). 

Je länger ich mich mit dieser Kunst auseinandersetzte, desto freier wurde der Zugang zu Kunststilen, die ich vorher abstoßend fand. Am Ende des Jahres waren es vor allem die gegenstandslosen Werke Kandinskys die mich fasziniert haben. Wenn ich heute moderne Bilder sehe (was sehr selten vorkommt), habe ich einen anderen Zugang dazu. Selbstverständlich nicht zu allen. Die Frage: „Was ist Kunst“ hat schon viele Gemüter bewegt, ich besitze einige Bücher zu dem Thema, aber keine richtige Antwort. Wo waren wir?...

 

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In Murnau kann man das Gabriele Münter Haus besichtigen. Ein Gang durch das Haus ist mit Führung zu empfehlen. Überall ist ihre Lust an der Malerei zu erkennen. Der Garten ist klein und üppig. Das Haus, der Ort, die Landschaft, könnten kaum schöner sein. Ich bin ganz prickelig aufgeregt wenn ich dort bin. 

Der Ort ist einfach nur bezaubernd, alle Häuser haben bunte Farben. Das Ortsbild ist einmalig. Es wirkt heiter und einladend. Murnau liegt auf einem Hügel, in perfektem Abstand sieht man die herrlichen Alpen. Wenn man in der Fußgängerzone unterwegs ist, fühlt man sich wie auf einem Thron, erhaben über allem. 

 

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Auch das Murnauer Moos ist einzigartig in Europa und wunderschön. Früher wurde hier Torf gestochen, heute ist es Landschaftsschutzgebiet. 

Direkt unterhalb von Murnau liegt der Staffelsee. Ich muss nicht betonen, dass er besonders idyllisch ist oder?

 

 

 

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Ein Berg im Umland von Murnau heißt übrigens Laber, vielleicht sollte ich da mal rauf?! Schon seit einer Weile wollte ich im Murnauer Moos mal malen. Es gibt Bilder von Gabriele Münter, die sie beim Malen in der Natur zeigen. Ähnlich habe ich mir das vorgestellt und dann auch umgesetzt. 

Mit meiner Freundin Izeta, den Hunden und einem vollgepackten Auto ging es los. Ich hatte eine bestimmte Vorstellung von der Umgebung in der ich malen wollte. Und nach einigem hin und her haben wir genau den richtigen Platz gefunden. Das Auto wurde samt Hunden in den Schatten gestellt und wir stapften mit Zubehör in Richtung Moos.

Ja, wie ist das Moor denn eigentlich genau beschaffen? Es hilft nicht, eine verträumte Vorstellung meines Malortes zu haben, dann aber mitsamt der Staffelei im Moor einzusacken. Man kennt Moor ja vorwiegend aus Agatha Christie Filmen. Dunkel, nebelig und saumäßig tödlich. Das zumindest muss Izeta durch den Kopf geschossen sein. Ich ging einen Schritt, denn ich wollte einfach nur testen wie gut das Moor trägt und mich in den Sumpf stellen. Da packte sie mich am Arm und schrie 50 cm von meinem Gesicht entfernt, (dramatischer als bei Shakespare und mit leicht slawischem Akzent)

NEIN! Komm zurück. Du darfst nicht gehen! Du darfst nicht gehen. Du wirst versinken. Ich habe noch nicht mal eine Leine dabei und kein Lasso um dich wieder raus zu ziehen. 

 

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Wir haben einen so heftigen Lachanfall bekommen, dass wenn es tatsächlich gefährliches Moor gäbe,  (was nicht der Fall ist) ich dann mit Sicherheit untergegangen wäre. Nachdem Izeta sich wieder beruhigt und von der Gefahrlosigkeit des schilfreichen Nasses überzeugt hatte, haben wir einen schönen Platz gefunden. Nur die Beine wurden durch das Schilf zerschnitten, das juckt. Alles für die Leserschaft, yippie juhu. 

 

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Es gibt etwas, das liebe ich schon seit ich ein kleines Mädchen war: ein weißes Stück Papier, eine weiße Leinwand. Alles kann darauf entstehen. Das knistert noch mehr als Murnau ; ) Jedes Mal wird alles wieder neu kreiert, jeden Tag, jede Minute. Es lässt sich vom Papier ganz leicht auf das Leben übertragen. Es ist ganz und gar unwichtig was ich auf dem letzten Papier gemalt habe, ob es gut war oder nichts taugte. Selbst wenn die letzte Zeichnung eine Vorbereitung auf das folgende Bild war, legt es mich nicht fest. Ich kann es zerknüllen, aufhängen, in die Schublade legen und ein neues malen. Ist das irgendwie verständlich und ist das nicht fantastisch? 

 

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Falls ihr mal in der Gegend seid, habe ich hier noch ein paar Links für euch. Und falls ihr ähnliche Perlen in eurer Gegend kennt und verraten mögt, freue ich mich über einen Kommentar mit einem Verweis auf einen Lieblingsort von euch. 

Münter und Kandinsky http://www.muenter-stiftung.de 
Viel Kunst http://www.murnau.de/de/museen-galerien_p2 
Die Brauerei http://www.griesbraeu.de/de/ 
Der See http://www.staffelsee.org 
Das Moos http://gigapan.com/gigapans/95478

Herzliche Grüße
Olivia

Jetzt ist Sommer /

Teil I

 

 

Vorvorgestern war Midsommer, der längste Tag des Jahres. Damit startet der kalendarische Sommer.

Früher bedeutete Sommer für mich vor allem: ein Schulzeugnis ertragen und sechs Wochen Ferien. Nahezu ewig kam mir das vor.

 

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Im Sommer ist es auf den Straßen betriebsamer, theoretisch hat man mehr Kontakt nach außen.

Heiße Getränke werden durch kalte ersetzt. Früchte verdrängen Torten, Salate ersetzen den Besuch bei Mc Donalds. Und warum zum Henker wird gerade meine holzige Nase immer länger?

Was ich wirklich sehr, sehr liebe ist es alleine draußen zu sein. Das geht ganz einfach: EINFACH draußen sein. Chrrrr pfffff...

Ein Kissen, Sonnencreme-Hut-Brille, eine frisch gemähte Wiese, etwas Sonnenschein oder einen Sternenhimmel. Blau, Wolken, Vögel gucken. Wenn dann ein leichter Wind weht ... herrlich.

 

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Ich komme vom Land, ländlicher geht es nimmer. Ein Dorf im Nirvana mit –wie alle stolz sagten– 99 Einwohnern. Gut, jede Geburt, jeder Todesfall hat diese Zahl verändert aber man blieb bei 99. An eine Volkszählung die das hätte korrigieren können, erinnere ich mich nicht. Was ich damit deutlich machen will ist, es war wirklich ländlich.

Wiesen, Höfe, Wald waren das Bild. Ich habe keine besonders romantische Sicht auf das Landleben, es ist ja nur die Frage was man mehr mag. In jedem Fall würde ich das Leben in der Natur nahezu jeder Form des städtischen Lebens vorziehen. Und wo wohnt Frau Yippie? Am Stadtrand von München. Bravo!

 

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Ich habe Wassermelone getragen!

 

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Der Sommer auf dem Land, ist so wie überall anders auch, je nach Wetterlage: heiß, staubig, gewittrig. Ich verbinde ihn mit Heuernte, Eiskaffee, abends am Feuer sitzen und im Gras liegen. Da auf dem Land naturgemäß nicht so viele Lichtquellen vorhanden sind wie in der Stadt, sieht man die Sterne und die Milchstraße sehr gut. Als junges Mädchen war das ein Nervenkitzel, das All war so unheimlich groß, schuhuu. Heute ist es ein Hochgenuss für mich die Möglichkeit zu haben so viel davon zu sehen wie möglich. 

Jede Stadt, jedes Dorf hat seine Punkte an denen es besonders schön ist. Natürlich sind die einschlägig bekannt und werden von rauchenden/knutschenden/trinkenden Teenies ebenso belagert wie von verkannten Poeten oder Landschaftstouristen, wie mir.

Grillen und am Feuer sitzen ist genauso schön wie Himmel/auf den See gucken. Eine eigene Form von Zeitauflösung. Und das alles gerne ohne Musik .

Und wenn ich dann komplett hin und weg sein soll, vertrage ich noch GLÜHWÜRMCHEN!

Vor ungefähr einer Woche am Abend, ich war bei meiner Oma in den Bergen, nein nicht bei den sieben Zwergen, rief ein Bekannter an, der an einem anderen Ort lebt. Er erzählte mir bei ihm im Garten seien einige Glühwürmchen unterwegs. Waaaas?, rief ich in den Hörer, ich habe seit Jahren keine mehr gesehen. Mein Herz  pochte doller wenn ich an Glühwürmchen denke. Ich sagte ihm scherzhaft, er solle ein paar rüberschicken.

Auch dort in den Bergen, wo ich war, ist es schön dunkel in der Nacht. Und zum ersten mal seit 33 Jahren (vorher konnte ich nicht gucken und erinnern) hab ich dort in der Nacht ganz, ganz viele Glühwürmchen um mich rumgehabt. Das hab ich so was von genossen, hätte fast vergessen zu atmen.

Da bei heißen Temperaturen die wenigsten Lust auf backen und einen heißen Ofen haben, habe ich das Rezept aus der Living at Home (Ausgabe 6/2013) mit den geeisten Zitronentörtchen nachgetüftelt.

 

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Geeiste Zirtonentörtchen

Man nehme (Für 8 Stück):

30 g Baiser

2 Bio-Zitronen

120 ml Sahne

2 Eier (Kl. M)

75 g Zucker

8 EL Holunderblütensirup

 

Zubereitung

8 Backpapierstreifen à 40 x 5 cm zuschneiden. Zusammenrollen, in die Mulden des Muffinblechs stellen, sodass sie sich auf den Umfang der Mulde ausrollen und am oberen Rand mit je 1 Büroklammer festklemmen. Baiser grob zerbröseln und auf die Förmchen verteilen.

Schale von einer Zitrone fein abreiben, Saft auspressen. Die Enden der zweiten Zitrone abschneiden, den Rest in 8 dünne Scheiben schneiden, Kerne entfernen. Die Sahne steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Eier trennen. Zitronenschale, Eigelb und 3 El Zucker mit den Quirlen des Handrührers 4 Minuten dickcremig aufschlagen. 3 El Zitronensaft unterrühren.

Eiweiß steif schlagen, nach und nach den restlichen Zucker einrieseln lassen. Eischnee mit einem Schneebesen unter die Eigelbmasse ziehen. Sahne vorsichtig unterheben. Parfaitmasse gleichmäßig auf die Papierförmchen verteilen. Törtchen mit je einer Zitronenscheibe belegen. Mindestens 5 Stunden, besser über Nacht einfrieren.

Und bitte nicht, wie ich, die Sahne im Kühlschrank vergessen. Hat trotzdem geschmeckt, aber mit Sahne wird es erst ein richtiges Parfait.

 

Mag jemand von euch sein Sommer Special verraten? Kommentieren kost auch nichts extra ; )

Thematisch passend und ulkig zu hören hier

Für den richtigen täglichen instant Groove. Hier ein Song aus dem Soundtrack von Blues Brothers hier, den kann ich eigentlich in einem Stück durchhören. So, bis nächste Woche können bitte alle die Moves. Und sag nochmal einer Flashmobs seine eine Erfindung der heutigen Zeit. DO the swimm. DO the mashed potato. Viel Spaß beim Tanzen!

 

 

Die Quappe mit der Kappe /

 

Vorletzte Woche habe ich euch Zeichnungen von der Ameise gezeigt und heute möchte ich euch aus der gleichen Reihe von Texten "Die Quappe mit der Kappe" vorstellen. 

Die Geschichten und Illustrationen rund um eine Quelle sind vor ein paar Jahren entstanden, also nicht brandaktuell. 

Zusätzlich ist dies ein schönes Workout mal komplett loszulassen, hö, hö. Wovon? Von der Vorstellung, wie so ein Reim zu sein hat, wie ein Text zu schreiben ist, wie Worte zu verwenden sind. Dazu stelle man sich hinter seinen Computer, mache alberne Faxen und Grimassen, schüttele sich danach einmal komplett durch und lese weiter im Text. Danke. 

Herzliche Grüße
Olivia

                 

Nur eine Elle vor der Quelle, sitzt ne Kaulquappe und ist am belle.

Die Kaulquappe hat `ne Kappe um zu verdecke dass sie net helle (ist)

Drum war sie zur Quelle, denn DIE schien ihr helle.

 

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Ach Quelle, ach Quelle, ich kann nix als belle. So hilf mir doch Quelle, nölt die kleine Quappe.

Die Kaulquappe war zu einer Quelle geschwanzfloßt, die man eine Überquelle nennen kann. Aus ihr entspringt ein Fluss, der seine Arme nahezu über einen ganzen Kontinent streckt.

Es sprudelt nur so aus der Quelle:

Quappe mit der Kappe, hör mir zu und gib bloß Ruh.

Die Sache ist die, ich bin der Anfang nur.

Leistete vor ewiger Zeit den Schwur,

zu schöpfen, nicht zu schröpfen.

Zu geben, immerzu zu geben.

E-B-E-N!,

bellt die Quappe mit der Kappe.

Du hast etwas zu geben. Was hab ich schon vom Leben?

Wer kann MIR hier was geben?

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Die Quelle gurgelt fröhlich ihr Gebirgswasser:

Stimmt, ein bissl dumm biste schunn,

denn sieh mal deinen Reichtum hier,

Du hast eine Flosse, du hast ein Revier.

Hast du Geduld, wirst du dann doch

Ein hübscher, wenn auch beschränkter, Froch.

AHA, bellt die Quappe heiser,

dreht die Kappe und bellt etwas leiser,

Ich bin ein FROCH?!

warum sagt das denn keiner, das weiß man ja noch

nicht,

wenn man so an sich runterschaut,

`ne Flosse sieht und Plankton kaut.

Die Kaulquappe ist sehr zufrieden und schwimmt mit einem Mal viel stolzer durch die Quellwellen. Sie bläht die Kiemen und freut sich.

 

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