Die Quelle und der Maulwurf /

 

Es ist wieder Geschichtenzeit. Irgendwie will meine rechte Hand derzeit nicht so recht mitmachen. Da hängt jetzt so ein "Phantom der Oper-Plastikding" dran, dabei mag ich keine Musicals. Ähhh... irgendwie schlägt es sich wohl auch aufs Gehirn nieder, wo waren wir?  Ach ja. Da bietet es sich an eine weitere Geschichte von der Quelle zu bringen und den Arm zu schonen.

Bei dieser Geschichte mag ich die Illustration des Maulwurfs gerne. Inhaltlich... määähh, egal. Aber beim Lesen ist mir aufgefallen, dass ich seit einiger Zeit selbst wieder viel staune. Das ist so schön. Bei Kindern steht dann oft der Mund offen. Beim Staunen setzt das Gehirn irgendwie aus, vor allem mit offenem Mund. Hab mal gehört, dass es schier unmöglich ist, z.B. 280 x 16 mit offenem Mund zu rechnen (kann ich auch mit geschlossenem Kläppchen nicht). Versucht es mit einer einfachen Rechnung - das ist schwierig UND lustig sich euch dabei vor dem Computer vorzustellen.

Angefangen hatte es hiermit. Den Vorspann bringe ich mit größter Konsequenz jedes Mal. Die, die ihn schon kennen dürfen darüberweglesen, leiernd lesen geht auch. Die anderen lernen den Vorspann bitte bis zum nächsten Mal auswendig.

Entstanden sind die Geschichten zwischen 2005 und 2007; illustriert habe ich sie dann ein Jahr später. Heute würde ich sie inhaltlich etwas anders schreiben, aber den Reim ändert man nicht so einfach. Der Reim folgt keiner bestimmten Form  ; ) Keine der Geschichten erhebt einen pädagogischen oder psychologischen Anspruch.

 

Die Quelle und der Maulwurf

 

Der Maulwurf Kain N. Plan ist ein sehr aufgewecktes Bürschchen und deshalb im Verein Freier Wurfmäuler e.V., die sich ab und an treffen, um über die Welt zu philosophieren.

Neuerdings treibt sie die Frage um, warum sie als einzige im Tierreich nicht reimen können. Kain N. Plan bekommt die Empfehlung, die Quelle zu fragen.

Der Maulwurf buddelt sich so nah es geht an die Quelle heran, streckt seinen Kopf aus der Erde, blinzelt in seiner Blindheit und räuspert sich höflich.

 

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Hhm, guten Tag, mein Name ist Kain N. Plan und ich möchte Sie etwas fragen, Quelle. 

Ja, was ist es denn  ttt…,
was ihnen auf der Seele brennttt? erkundigt sich die Quelle ebenso höflich.
 

Also, der Fall ist der, ich komme im Auftrag des Philosophenstammtisches der Maulwürfe und wie man an meiner Ausdrucksweise hören kann, gibt es bei uns gewisse Ungereimtheiten. Nun sprechen aber alle anderen Tiere in Reimen, worauf wir uns keinen Reim machen können. Genaugenommen können wir uns aus der Welt keinen Reim machen. Was sagen sie dazu?

Die Quelle schweigt. Sie schweigt lange Zeit. Erst eine Stunde, dann zwei, bis zum Mittag. Der Maulwurf macht derweilen ein Nickerchen, seinen Kopf an den Maulwurfhügel gelehnt.

 

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Als die Quelle beginnt, ihre Sprache wieder zu finden, ist auch der Maulwurf wach.

Erst mal konnte ich gar nichts sagen,
kann momentan gar keinen Rat wagen.
 
Ich wusste nicht, dass es solche Ungereimtheiten gibt auf der Welt,
dachte, alles sei einer gereimten Schöpfung unterstellt.
 
Doch das Staunen, in das ich gerade verfalle
Ist das Schönste seit langem, möchte, dass es widerhalle,
 
in jedem und allem
sollte darauf glaub ein Loblied schallen.
 
Nichts ist, wie es scheint,
kein Grund, dass man weint,
 
keiner weiß alles,
keineswegs ein Zeichen des Verfalles.
 
Ein Zeichen der Unendlichkeit vieler Dinge,
dass man keinen in eine Form zwinge,
 
schon gar nicht in einen Reim,
wissen Sie was, ich lasse den Reim sein.

Ich… Sie… blubb blubb, plitsch, plitsch, es ist schon komisch so ohne Form… zu sprechen.

Es tut mir sehr leid, wenn Sie jetzt enttäuscht sind, schließlich wollten Sie ja eine Hilfestellung von mir und es war genau andersherum.

Noch fällt es der Quelle schwer, die richtigen, ungereimten Worte zu finden und diesen ungewöhnlichen Rollentausch zu begreifen.

Aber wenn Sie wollen, sagt die Quelle, kann ich Ihnen das Reimen beibringen und wenn Sie Lust haben, reden Sie in Reimen und ansonsten lassen Sie es. Das ist Freiheit, Sie können wählen, ohne sich zu quälen, hach, ha ha, wieder gereimt. Nun ja, die Freiheit gilt wohl auch für mich.

Der Maulwurf scheint über den Verlauf des Gesprächs ebenso überrascht zu sein wie die Quelle.

Sehr geehrte Quelle, hebt der Maulwurf zu einer Rede an und räuspert sich wieder: Ich meinerseits bin durch Ihre Reaktion auf die Vorteile des freien Sprechens gestoßen, denn unsere Freiheit ist ein wunderbarer Teil der Sprache, ich möchte sie nicht missen. Insofern haben Sie mir doch einen neuen Gedanken gegeben. Den Gedanken der Wertschätzung dessen, was man kann. Haben wir uns vom Stammtisch doch nun schon länger damit herumgequält, dass wir nicht reimen können.

Das Angebot des Unterrichts nehme ich gerne an, etwas Neues zu lernen scheint mir die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, sich irgendwann einen kleinen, ganz eigenen Reim aus der Welt machen zu können. Der Maulwurf hebt kurz die Pranke, winkt und taucht mit einem herzlichen „Skol“ in seinem Erdloch ab.

Ich wünsche euch allen (nicht nur den Pessimisten) eine erstaunlich schöne Woche.

Herzliche Grüße
Olivia

 

PS: Stimmt nicht, dass ich keine Musicals mag. Die Alten schon. Hier ist eine schöne Version von America  der Labeque-Schwestern aus der West Side Story. Überhaupt ist das gesamte Album beider Pianistinnen der West Side Story für zwei Flügel empfehlenswert.

Beim Surfen bin ich bei meinem Lieblingsinstrument hängen geblieben: Akustische Gitarre. Ich liebe es, wenn die Musik entspannt leger ist und der Musiker, in dem was er macht, versinkt.

Hiermit sind die Hunde augenblicklich schalfend auf dem Sofa zusammengebrochen.

Und auch diese zwei Beiträge sind hörenswert.

Hier und hier 

 

 

Fräulein Müller /

 

 

 

Letztes Mal habe ich von meiner imaginären neuen Sekretärin berichtet. Ich möchte euch heute kurz von ihr berichten.
Sie kam ganz zufällig zu mir. Ich muss sie mal fragen wie sie mit Vornamen heißt. Sekunde...
Aha, Elvyra.
Sie macht ein spitzes Schnütchen, mit Y! bitte. Mit Y hab ich das noch nie gehört, aber gut, wenn sie will.

Sie ist recht genau und flink in den Dingen, die sie erledigt. Behände und flink, ach, das mag ich. Vielleicht ist sie auch deshalb bei mir gelandet. Ich schaue gerne ihre Hände an, die sind sehr gepflegt, also uffm Bau hat die no it gschafft, wie der Bade sagt.

Eines könnte einem, wenn man sie nicht mögen würde, auf den Keks gehen: sie redet bei guter Laune, als wäre sie die Zwillingsschwester von Helge Schneider. Eine Frau! Zugegeben, es ist schon nett, das ganze Schauspiel mitzuerleben, wenn sie mit bereits erwähnter Stimme  in einem Gespräch mit der Hotline der Telekom ist. Nur gut, dass sie keine volle Stelle bei mir hat. Chhrrrhh...

 Wenn sie ganz besonders gut drauf ist, was schon mal vorkommen kann, zwinkert sie alles an, fast ein wenig peinlich.

Wenn ich denke, ooooch jetzt ma schön gemütlich ein kleines Päuschen einlegen und chillen, da treibt sie mich dazu an, die unliebsamen Kleinigkeiten zu erledigen. Danke, Fräulein Müller. Das Päuschen mache ich dann trotzdem, wenn sie weg ist. Ätsch!

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, zumindest mir gegenüber nicht. Schon etwas frech, aber frech ist ja nun wirklich kein Problem. Ich schätze ihre ehrliche und unverblümte Art.

Nur und wenn sie mir unwichtige Sachen erzählt:

Stell´n sä sich vor, da hat dann die Monika mit dem Klaus...

Ähh.. unterbreche ich sie an diesen Stellen...Fräulein Müller, das interessiert mal grad gar nicht. Im ersten Moment schaut sie säuerlich bedauernd, als ob mir was entgehen würde, aber dann hellt sich ihre Miene wieder auf und sie kommt häufig nahtlos auf unser gemeinsames Lieblingsthema zu sprechen: Das Kochen. Sie kocht und backt recht passabel, manchmal etwas „old fashioned“: Krabbencocktail, Obsttorten mit Gelatine, Fleischsalat und so was. Sie steht auf Piccolo-Sekt und Pralinen mit Alkoholfüllung. Mit Letzteren kann man mich jagen.

Und damit ihr nicht nur von ihr lest, sondern auch etwas kosten könnt, hat sie mir Folgendes mitgeteilt.

Ich geb Ihnen mein Lieblingsrezept (dabei schaut sie verschwörerisch), dazu ein schööönes Piccollöchen. Da tun´se ma so ne Kiaaasche rein, sieht super aus.

Das Rezept stammt aus der Zeit als Fräulein Müller mittels Weight Watchers zwei Kilo abnehmen wollte. Ich habe es probiert und für gut befunden, daher reiche ich es euch weiter. Und Fräulein M. selbst meinte:

Das Rezept geht ganz einfach und sieht echt gut aus. Das ist absolut was für Ihren Blokkk! Obwohl mich das alles mit dem Internetz gar nicht interessiert. Ich geh lieber auf ne Ü30 Party.

AHA, Örgs. Jedem das seine. Soll sie ruhig.

 

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Spinat-Lachs-Rolle

200 g Spinat, (TK)

2 Hühnereier (chhhrr, na Straußeneier wohl eh nicht)   

1 Prise Jodsalz   

1 Prise Pfeffer

200 g frisch geriebener Parmesan

200 g Frischkäse (bis 1 % Fett absolut) ich nehme Doppelrahmstufe

150 g Räucherlachs    

 

Backofen auf 180° C (Gas: Stufe 2, Umluft: 160° C) vorheizen.

Spinat auftauen lassen. Eier schaumig schlagen, mit Spinat vermengen, salzen und pfeffern.

Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen.

Mit Käse bestreuen und im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 20

Minuten backen.

Die ausgekühlte Masse mit Frischkäse bestreichen und mit Räucherlachs locker belegen. Anschließend alles vorsichtig aufrollen, in Alufolie wickeln und ca. 2 Stunden kühlen. Lachsrolle in 12 Stücke schneiden.

Ich gebe noch Zitronensaft auf den Lachs und etwas davon in den Frischkäse.

Dazu passt ein grüner Salat und etwas knuspriges Ciabatta.

Luftkuss von Fräulein Müller und herzliche Grüße von mir
Olivia

 

 

 

 

 

ONCE UPON A TIME... /

 

Es ist mal wieder Zeit für eine der Geschichten von der Quelle. Ähnlich wie im Kino, kommt hier mein üblicher Vorspann:

Entstanden sind die Geschichten zwischen 2005 und 2007, illustriert habe ich sie dann ein Jahr später. Heute würde ich sie inhaltlich etwas anders schreiben, aber den Reim ändert man nicht so einfach. Der Reim folgt keiner bestimmten Form  ; ) Keine der Geschichten erhebt einen pädagogischen oder psychologischen Anspruch.

 

Die Quelle und der Hase

 

Es war an einem Dienstagnachmittag, da raschelte es um die Quelle, die Büsche bebten.

Nanu, was ist da los?

Was bringt die Büsche so zum Beben bloß? 

Hätte die Quelle Augenbrauen, hätte sie sie vor Verwunderung gehoben.

 

Die Quelle meint sogar aus dem Busch noch ein angstklapperndes Geräusch zu hören.

 

Sie sieht genauer hin und entdeckt:

Hey Häschen,

was klapperst du mitm Fresschen?[

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Der Hase schaut etwas aus dem Gebüsch, schlottert, als ob er friert.

Ich traue mich…

Aber nich,

du spritzt doch Wasser,

das springt mich an, macht mich nasser.

Und üüüüberhaupt lauert überall Gegefahar,

ich bin ihrer überaus gewahar.

 

Das Häschen schaut ängstlich zum Himmel, ein Schatten huscht kurz über seine Augen.

 

Ahhh,

daa,

ein großer Vogel ddder,

kommt um mich zu fressen her.

 

Das Häschen klappt die Schlappohren über seine Augen und rollt sich zu einer Kugel zusammen. Es bebt nun als Kugel.

 

Die Quelle sieht Handlungsbedarf,
wärmt sich für das kleine Knäuel an und sagt:

 

Liebes Angsthäschen,

komm steck dein süßes Näschen

in mein warmes Wasser,

so werden die ersten Nöte blasser.

 

Der Hase lugt unter einer Pfote zur Quelle.

Sssoll ich?

Du weißt doch, ich traue mich immer nnnie nich.

 

Los komm schon, sei kein Froch*, spring zu mir,

glaube mir, du bist nicht allein, ich bin dann bei dir.

 

Der Hase schaut ins Wasser, seine Ohren fliegen aufgrund ihrer Länge zuerst hinein. Da spürt das Häschen die Wärme und rutscht Stück für Stück in den Fluss.

 

Oh, das ist wohlig warm,

ich spüre es bis in den linken Arm,

ins rechte Bein,

kann das nicht immer so sein?

 

Langsam entspannt sich das Häschen, es hat aufgehört mit den Zähnen zu klappern.

 

Die Quelle:

Jetzt wo du entspannter bist, möchte ich dir was sagen,

Dir raten, den Rat mit dir zu tragen.

Es sind vier Dinge,

die ich dir anbringe.

 

Mut, Liebe, Kraft, Tat.

Das ist mein ganzer Rat.

 

Es folgt noch mehr Reim,

denn ich muss jetzt genauer sein.

 

Übe den Mut, bringe so viel auf davon, wie du kannst,

es wird immer seltener passieren, dass du dich verschanzt.

Begegne Deiner Angst, tritt ihr aber richtig entgegen,

sie soll dich nicht jagen, sei selbst verwegen.

Lach über dich, wenn du wieder zitterst,

Angst bekommst, mit den Knien schlotterst.

 

Der Hase schaut ungläubig, während er eine klitzekleine Runde im Wasser dreht.

 

Zur Liebe: Die Liebe ist überall um dich herum,

versuch sie zu sehen, stell dich nicht dumm,

viele möchten sie gar nicht sehen,

möchten nicht das Prinzip der umfassenden Liebe verstehen.

Die Liebe ist überall, auch da, wo sie nicht scheint,

wo Leid ist, vielleicht einer weint.

Und du liebst eben auch,

stärke dieses Gefühl in deinem Bauch,

Deinem Herzen, wenn nötig, in dessen Tiefen abtauch,

um die Liebe zu mehren,

sie dann auch anderen zu gewähren.

 

Als wäre das mit dem Abtauchen ernst gewesen, steckt der Angsthase seinen Kopf unter Wasser, blubbert Luft in den Fluss, die Perlen kitzeln den Hasen, er lacht zum ersten Mal an diesem Tag.

 

Die Quelle: Weiter?

Das Häschen: Weiter!

 

Jeder hat seine eigene Kraft,

eine Kraft, aus der er Unglaubliches schafft.

Mit Kraft zusammen geht die Tat,

die Tat, die von den drei anderen Dingen geformt ward.

Alles was von Dir kommt, ist eine Tat,

Du bist eben deine Tat in der Gegenwat.

 

Werde zum Gärtner, mach das zu deinem Hobby,

denn jeder trägt diese vier Samen in sich, bilde eine Lobby,

für Mut, Liebe, Kraft und Tat,

und hier noch ein letzter Rat,

pflege sie, es gilt sie zu entdecken, sie zu päppeln,

verzage nicht, wenn es dauert, denk nicht, die Quelle wollt mich nur veräppeln.

 

Weil der Hase so aufmerksam zuhört, merkt er nicht, wie ihm ein paar Tropfen Quellwasser von den Ohren auf die Nase tropfen.

 

Das Häschen wirkt gestärkt, als es aus dem Wasser kommt. Ein bisschen größer, verwegener, schon jetzt.

Von nun an schaut es immer wieder bei der Quelle vorbei, nimmt ein Bad und berichtet von seinem Fortkommen.

 

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*Froch, siehe Geschichte von der Quappe mit der Kappe

 

 

Habt eine wunderschöne Woche.

 

Herzliche Grüße
Olivia

 

PS: Neulich habe ich mit Joanna mal wieder geblödelt. Das machen wir sonst nie. Es geht bei uns ja sehr, sehr ernst zu. Öööhööö, öhööööö, Froch im Hals.

 

Dabei entstand eine Figur. Sie lebt momentan mit mir: Fräulein Müller, meine neue Sekretärin. Sie macht alle Dinge, die ich nicht gerne mache: Ablage im Allgemeinen und Akten sortieren im Besonderen, „trockene“ Termine einhalten, Verträge abschließen, Telekom-Warteschleifen-Telefonate führen, Koffer packen, sogar Wäsche waschen. Ich denke, ich werde sie jetzt wohl mal zum Zahnarzt schicken und dort einen unliebsamen Termin für mich wahrnehmen lassen.

 

Wenn sich jetzt in der Leserschaft jemand fragen sollte, ob ich schizophrene Neigungen habe, weil ich mir eine imaginäre zweite Persönlichkeit zulege... kann ich nur sagen. NÖ! Ich hab nur viel Fantasie und mit Spaß geht alles leichter. Versucht es mal, es klappt wunderbar. Fräulein Müller macht das wirklich prima, viel besser als ich ; )

 

Vielleicht werdet ihr demnächst etwas von ihr hören. Mal sehen.

 

Die Quappe mit der Kappe /

 

Vorletzte Woche habe ich euch Zeichnungen von der Ameise gezeigt und heute möchte ich euch aus der gleichen Reihe von Texten "Die Quappe mit der Kappe" vorstellen. 

Die Geschichten und Illustrationen rund um eine Quelle sind vor ein paar Jahren entstanden, also nicht brandaktuell. 

Zusätzlich ist dies ein schönes Workout mal komplett loszulassen, hö, hö. Wovon? Von der Vorstellung, wie so ein Reim zu sein hat, wie ein Text zu schreiben ist, wie Worte zu verwenden sind. Dazu stelle man sich hinter seinen Computer, mache alberne Faxen und Grimassen, schüttele sich danach einmal komplett durch und lese weiter im Text. Danke. 

Herzliche Grüße
Olivia

                 

Nur eine Elle vor der Quelle, sitzt ne Kaulquappe und ist am belle.

Die Kaulquappe hat `ne Kappe um zu verdecke dass sie net helle (ist)

Drum war sie zur Quelle, denn DIE schien ihr helle.

 

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Ach Quelle, ach Quelle, ich kann nix als belle. So hilf mir doch Quelle, nölt die kleine Quappe.

Die Kaulquappe war zu einer Quelle geschwanzfloßt, die man eine Überquelle nennen kann. Aus ihr entspringt ein Fluss, der seine Arme nahezu über einen ganzen Kontinent streckt.

Es sprudelt nur so aus der Quelle:

Quappe mit der Kappe, hör mir zu und gib bloß Ruh.

Die Sache ist die, ich bin der Anfang nur.

Leistete vor ewiger Zeit den Schwur,

zu schöpfen, nicht zu schröpfen.

Zu geben, immerzu zu geben.

E-B-E-N!,

bellt die Quappe mit der Kappe.

Du hast etwas zu geben. Was hab ich schon vom Leben?

Wer kann MIR hier was geben?

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Die Quelle gurgelt fröhlich ihr Gebirgswasser:

Stimmt, ein bissl dumm biste schunn,

denn sieh mal deinen Reichtum hier,

Du hast eine Flosse, du hast ein Revier.

Hast du Geduld, wirst du dann doch

Ein hübscher, wenn auch beschränkter, Froch.

AHA, bellt die Quappe heiser,

dreht die Kappe und bellt etwas leiser,

Ich bin ein FROCH?!

warum sagt das denn keiner, das weiß man ja noch

nicht,

wenn man so an sich runterschaut,

`ne Flosse sieht und Plankton kaut.

Die Kaulquappe ist sehr zufrieden und schwimmt mit einem Mal viel stolzer durch die Quellwellen. Sie bläht die Kiemen und freut sich.

 

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“…schneebedeckt die grüne Flur…” /

Es gibt eine neue Yippie Kategorie:

Yippie-OHO! 

Das sind Fundstücke, die mir gefallen. Für das erste OHO möchte ich euch ein Bild zeigen, dass ich in Rheinland-Pfalz aufgenommen habe. Ein schönes Oxymoron. 

Es gilt: Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie das Bild auf sich wirken. Ihre schriftliche Bildbetrachtung mit Erörterung wird gerne in den Kommentaren auf dieser Seite aufgenommen ; )

Herzliche Grüße
Olivia

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