Der geschrumpfte Adventskalender /

 

Liebe Pati, wenn Du das hier liest sofort RAUS hier. Dein Adventskalender zerstört sich sonst in zehn Sekunden von selbst. 

Schon als kleines Mädchen bekam ich in der Adventszeit immer einen Kalender von meiner Oma. Manchmal einen pädagogisch wertvollen Waldorf-Kalender, der aus Kistchen mit kleinen Figuren bestand. Drinnen waren Hirten, Schafe, die drei Könige und natürlich die Hauptdarsteller: der Engel, Maria, Joseph und das kleine Jesukindlein samt Krippe. Jetzt könnte man denken, dass ich diesen wiederverwendbaren Kalender irgendwann langweilig fand. Gar nicht, im Gegenteil, ich war jedes mal wieder darauf gespannt wie ein Flitzebogen das nächste Kistchen aufzumachen.  Jedes Jahr. Dieser Kalender war mein absoluter Lieblingskalender. Später waren es dann kleine Geschenke, die meist an einer Tannengirlande aufgehängt waren. Und auch ich habe meiner Oma einen Kalender gebastelt. Das Ganze haben wir sehr lange durchgehalten, also bis vor ein paar Jahren.

Inzwischen mache ich den Kalender aus Jux und Tollerei mit meiner Freundin. Diese hat vor drei Wochen einen zuckersüßen zweiten Bub, wie der Bayer sagt, bekommen. Während der kleine Maxi leihweise auf mir rumlag und schlief, die Mutter einen Cappuccino für mich herstellte, kam mir folgende Idee. Dieses Jahr möchte ich ihr einen Advents-Advents-Kalender zusammenstellen. Die letzten Jahre hatten wir uns aufgeteilt, einer die geraden Tage, einer die ungeraden. 24 Päckchen waren einfach zu viel. Frei nach dem Motto: „less is more“ gibt es dieses Mal von mir nur vier Paketchen. Eben einen echten ; ) Adventskalender.

Zum Inhalt: Es sollten auf keinen Fall Sachen sein, mit denen man nicht weiß wohin, außer in den Müll. Keine Stehrümmchen, kein Tinnef und auf keinen Fall nur Schokolade. Am besten etwas, das man gebrauchen oder verbrauchen kann. Haushaltswaren wären eine Möglichkeit gewesen, aber Toilettenpapier, Schwammtücher und Co. schienen dann doch nicht das Richtige zu sein. Und auch die Tatsache, dass Frau P.G. eine stillende Mutter ist, sollte nicht im Vordergrund stehen.

 

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Etwas schwieriger war die Frage der äußeren Gestalt. Wie sollte er aussehen. Ich weiß, dass die Wohnung der zu Beschenkenden klassisch in rot-weiß in die Weihnachtszeit geht. Die Farben sind also geklärt: Rot-weiß. Dann hatte ich einen Zweig im Kopf, leider eine genaue Vorstellung wie er aussehen sollte und hirschte deshalb mit den Hunden relativ lange vergebens durch den Wald. Es wurde ein Ast, der der Vorstellung am nächsten kam.

 

Anleitung:

 

Zweig (am besten schön geschwungen, nicht vermost, also genau das Gegenteil von meinem Fundstück).
Mit weißem Sprühlack versehen oder gleich Birke nehmen. Pompons basteln. Geschenke verpacken. Zahlen drucken, ausschneiden und auf die Geschenke kleben. Pompons und Päckchen am Ast befestigen. Mit einem vielsagenden Blick übergeben und hoffen, dass der Erstgeborene  der Freundin (Alter: zwei Jahre) nicht nach drei Minuten das Kunstwerk abgebaut bzw. alle Päckchen ausgepackt hat. Der Vorschlag von meiner Seite den Kalender an die Decke zu tackern, wurde leider abgelehnt.
 
 

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Der November hat mir heute keine guten Lichtverhältnisse geboten und Photoshop ist nicht mein bester Freund. So sind die Bilder eben naja... 

In der Schule haben wir früher immer gewichtelt. Klingt schräg, ist aber auch sehr nett. Im Losverfahren bekam man einen Klassenkameraden zugeteilt, den man dann nach Lust und Laune anonym beschenken konnte. Hatte auch was. Wenn man morgens an seinen Platz kam, lag dann ab und zu eine Überraschung da. Mit etwas Pech war die Mutter des Wichtels eine Hardcore-Alternative und hatte steinharte Vollkornplätzchen als angemessen erachtet. Oder ein Wollpüppchen. Besser war es aus meiner Schülerberufsgruppe etwas zu bekommen: den Poppern. Neonfilzstifte, WOW! Oder Ohrringe aus Gummi, Super-WOW. Aufkleber, die glitzerten, etc. So genug aus der Kindheit, der Rest des Kalenders muss zusammengezimmert werden.

 

Habt eine wunderschöne Woche.

Herzliche Grüße
Olivia

 

 

 

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